Das geht am besten, indem du die Schiebelehre in einen Maschinenschraubstock, wie er für Ständerbohrmaschinen verwendet wird, hochkant einspannst.
So kannst du den Schraubstock auf die Dichtfläche des Gehäuses legen und mit dem "Fühler" der Schiebelehre bequem an mehreren Stellen auf den Lagerring messen.
Der Trick funktioniert ebenfalls, um das Axialspiel der Kurbelwelle bei zusammengebautem Motor auszumessen.
Du schraubst das Gehäuse mit eingelegter Mitteldichtung zusammen. Bitte unbedingt alle Schrauben verwenden und diese auch maximal anziehen!
Nun drückst du die Kurbelwelle erst zur linken Seite, legst dein "Messinstrument" auf die Dichtfläche der Ölwanne, misst auf die Stirnseite der Kurbelwelle und notierst dir das Mass. Danch drückst du die Kurbelwelle zur rechten Seite und machst dasselbe.
Nun musst du nur noch das kleinere Mass vom grösseren abziehen und du hast das Axialspiel sauber ermittelt.

Noch ein Tip: Klopfe mit einem Gummi- oder Kunststoffhammer einige Male human auf beide Seiten der Kurbelwelle, wenn die Gehäusehälften nur leicht zusammengespannt sind und nochmal, wenn du sie richtig festgezogen hast. Das baut allfällige Spannungen ab.

Bau die Simmerringe erst ein, wenn das Spiel einwandfrei eingestellt ist.