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 Betreff des Beitrags: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Di 24. Nov 2015, 21:36 
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Hoi zäme

Ich versuche euch hier den Hintergrund aufzuzeigen, wieso früher das Einfahren elementar für die Haltbarkeit eines Motors war und wieso heute praktisch nicht mehr eingefahren wird.

Zuerst etwas Hintergrundwissen:
Die meisten Teile in einem Motor werden spanend gefertigt, -> Drehen, Fräsen, Schleifen, Honen usw.
Dabei entsteht immer eine gewisse Rauheit, diese ist je nach Bearbeitungsart und geforderter Güte unterschiedlich gross.
Mit dem Oberflächenmessgerät kann die Rauheit gemessen werden.
Bild
Das Gerät gibt das Primärprofil der Oberfläche aus.

Stellen wir uns vor, eine Welle läuft in einer Buchse, die Wellle berührt logischerweise die Buchse nur an an den höchsten Stellen (Profilspitzenbereich) des Rauheitsprofils. Sind die höchsten Stellen schmal nutzen sie sich schnell ab, sprich es entstehen Späne. Sind sie breit, entsteht eine grosse Tragfläche, die Abnutzung ist gering.
Bild
Früher war es um einiges aufwendiger und vor allem teurer eine Oberfläche mit hoher Tragfähigkeit (grosse Tragfläche) herzustellen, deshalb mussten die Motoren teils stundenlang bei niedriger Tourenzahl eingefahren werden. So konnten sich die höchsten schmalen stellen abnutzen und eine hohe Tragfähigkeit entstand. Wurde ein Motor nicht eingefahren konnten sich die entstehenden Späne in die Laufflächen einfressen und grossen schaden anrichten.

Das ganze wird mit der sogenannten Abbott-Kurve dargestellt.

Bild

Früher entsprachen die Flächen eher der obersten Kurve, klar zu erkennen ist bei der Profilform die hohen Spitzen.
Heute entsprechen die Oberflächen dem zweiten und dritten Kurve, zu erkennen ist die Hohe Auflagefläche der Profilform.

Doch was ziehen wir nun für einen Schluss für das Einfahren in der Praxis?

Grundsätzlich ist oben bewiesen, dass heutzutage ein langes Einfahrprozedere schlicht nicht nötig ist. Es ist jedoch nötig dass ein Motor oder Zylinder zu erst eine gewisse Zeit niedertourig eingefahren wird, (da die Oberflächen auch heutzutage nie ganz perfekt sind). So werden die oberen Spitzen abgeschliffen und eine brauchbare Oberfläche entsteht. Auf keinen Fall sollte ein Motor beim ersten Start schon auf aufs maximale belastet werden, denn dann würden die Späne nicht richtig abgeführt wo durch sie schaden in den Laufflächen hinterlassen.

*Beim Einfahren wird nur die Oberfläche der Bauteile optimiert*

Achtung, beim Einfahren schleifen sich die Teile auf keinen Fall auf irgend eine Weise ein. Im Maschinenbau schleift sich grundsätzlich nie etwas ein! Wenn etwas eingeschliffen werden müsste wurde bei der Fertigung gepfuscht, sprich ausserhalb der Toleranzen gefertigt.
Auch ein zusätzliches beimischen von Öl wird wohl kaum mehr als euer Gewissen beruhigen, wichtig ist allerdings das euer Gemisch richtig eingestellt ist, so dass genügend Schmierung durch den Benzin-Öl Kraftstoff vorhanden ist.



Ich hoffe, dass ich euch mit dieser Erklärung die Theorie hinter dem Einfahren etwas näher bringen konnte :prost
Und vergesst nicht, das alltägliche Warmfahren des Motors ist auch heutzutage noch elementar für eine Lange Lebenszeit eures Motors :wink:

vielleicht etwas fürs Anleitungs-Forum?

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Gruess
Sämi


Zuletzt geändert von neverknow707 am Mi 25. Nov 2015, 19:20, insgesamt 4-mal geändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 00:23 
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Ich teile die Meinung von neverknow707.

Aus meiner Sicht ist ein Gusszylinder vom Nikasilzylinder einfahrtechnisch nicht sonderbar zu behandeln.
Es gelten für mich folgender Grundsätze:

-Es wird nicht mehr oder weniger Öl beigemischt. Wenn, dann qualitativ niederwertigeres Öl.
-Eine Einfahr-Phase dauert für mich max. 300km. Danach muss ein Motor das aushalten, wofür er gebaut wurde. Tut er dies nicht, so wurde er nicht korrekt hergestellt/revidiert.

Auf meiner 250cc 2Takt Oldtimer-Säge wurde 200km eingefahren (d.h nicht vollgas bergauf und langsam hochdrehen), danach wurde mit Vollschub gefahren.

500km später wurden Zylinder und Kolben inspiziert - keinerlei Riefen oder Hinweise auf Verschleiss durch unsachgemässe Behandlung.
Das stetige und korrekte warmfahren eines Motors (obgleich welcher Bauart) gewichte ich massiv höher als Kilometerlange Einfahrphasen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 11:53 
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Der Vorteil bei Nicasil beschichteten Zylindern liegt darin, dass sie nicht so ein "abrassives" Verhalten haben wie die Gusszylinder. Somit ist die Schmierfähigkeit durch die Hohnspuren länger gewährleitet. Sprich die Hohnspuren bleiben länger erhalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 21:14 
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muss es bitzli klugscheissen.. :^^
neverknow707 hat geschrieben:
... Grundsätzlich ist oben bewiesen, dass heutzutage ein langes Einfahrprozedere schlicht nicht nötig ist...
.. stimmt so nicht generell ... ein frisch gehohnter Gusseisenzylinder muss heute auch eingefahren werden wie vor 50 Jahren.. der Zylinder wurde vor iw 50 jahren gegossen und er wird heute noch mit derselben Technologie wie damals bearbeitet (bohren/hohnen) und mit den selben Einbauspielen verbaut. (o.k. das Einfahrprozedere kann etwas verkürzt werden, weil die heutigen Oelqualitäten besser sind).

Mit nem modernen Aluzylinder mit Nikasilbeschichtung sollte es mow weniger reichen, den nach dem Erststart mit wenig Last warmlaufen zu lassen .. nachher kannst du praktisch Vollgas geben

neverknow707 hat geschrieben:
... beim Einfahren schleifen sich die Teile auf keinen Fall auf irgend eine Weise ein. ..
.. beim 'Einfahren' werden die 'Spitzen' der Oberfläche abgetragen... die Teile passen sich einander an.. es gibt Abrieb.. man braucht zwar kein 'Schleifmittel', dennoch finde ich die Formulierung, dass sich die Teile einschleifen ziemlich treffend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 21:48 
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Ich persönlich bezweifle und teile damit die Meinung von TwoStroker das eine besonders lange Einfahrphase bei einem Gusszylinder nötig ist.
Du hast aber Grundsätzlich recht das der Heute mit dem gleichen Zerspanungsmethoden wie früher gefertigt wurde, ich würde aber annehmen das sich die Hontechnik verbessert hat.

Das mit dem Einschleifen schrieb ich, weil ein weit verbreiteter Irrglaube herumschwirrt, dass sich während dem Einfahren z.B. der Kolben dem Zylinder in der Form anpassen würde, was aber nicht stimmt. Siehe die Einfahranleitung von -NGK-

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 22:02 
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ich habe nichts von besonders lange geschrieben.. :^^ .. Die Oberfläche einer Nikasilbeschichtung verändert sich über die Lebensdauer praktisch nicht, da sie brutal hart und verschleissfest ist.. bei ner GG-Oberfläche siehst du nach n paar 100 km das Hohnmuster nicht mehr, es ist praktisch "weggeschliffen".. daraus interpretiere ich etz mal, dass der Erstere quasi von Anfang an passt, während sich der Zweite einläuft bis er passt, bzw. eben eingefahren werden soll.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 22:17 
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Der Sinn des Honen ist es, die Rundheit der Bohrung zu verbessern, eine Oberfläche mit guter Tragfähigkeit und die typischen Honspuren welche eine bessere Haftung des Öls an der Zylinderwand erreichen sollen. Egal ob GJL oder Nicasyl Zylinder
Oberflächentechnisch der Schritt von der ersten zur zweit untersten Profilform in der Grafik
Bild

Das die Honspuren beim GJL Zylinder schnell verschwinden hat wohl mit seiner geringen Härte und Verschleissfestigkeit zu tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 23:01 
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neverknow707 hat geschrieben:
Der Sinn des Honen ist es, die Rundheit der Bohrung zu verbessern, eine Oberfläche mit guter Tragfähigkeit und die typischen Honspuren welche eine bessere Haftung des Öls an der Zylinderwand erreichen sollen. Egal ob GJL oder Nicasyl Zylinder...
.. bist du sicher? die Rundheit sollte nach dem Bohren mit nem präzisen Bohrer eigentlich besser sein als mit nem flexiblen Honwerkzeug. Werden Nikasilbeschichtete Zylinder überhaupt gehont? Die Oberfläche hat doch bereit seine gute Tragfähigkeit (sie glänzt ja auch = geschlossene, feine Oberfläche) und für's Öel werden die Oeltaschen eingesetzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 23:27 
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Bikeman hat geschrieben:
neverknow707 hat geschrieben:
Der Sinn des Honen ist es, die Rundheit der Bohrung zu verbessern, eine Oberfläche mit guter Tragfähigkeit und die typischen Honspuren welche eine bessere Haftung des Öls an der Zylinderwand erreichen sollen. Egal ob GJL oder Nicasyl Zylinder...
.. bist du sicher? die Rundheit sollte nach dem Bohren mit nem präzisen Bohrer eigentlich besser sein als mit nem flexiblen Honwerkzeug. Werden Nikasilbeschichtete Zylinder überhaupt gehont? Die Oberfläche hat doch bereit seine gute Tragfähigkeit (sie glänzt ja auch = geschlossene, feine Oberfläche) und für's Öel werden die Oeltaschen eingesetzt.


Da muss ich Bikeman zustimmen.... Das Honen verbessert die Rundheit der Bohrung nicht wirklich oder nur minimalst. Viel mehr ist das Hohnen eine art glätten der Oberfläche. Nehmen wir die Tabelle von Neverknow707, dann hast du beim Bohren den Rz 1, wird die Bohrung dann noch gehont erreicht man dann beispielsweise einen Rz 0,4. Was dann eine gute Tragfähigkeit, bzw einen guten Rmr ergibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 23:45 
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Fachbuch Metall:
Langhubhonen

Formkurrektur. Die grosse Überdeckung durch die relativ langen Honsteine und ihre formschlüssige Zustellung ermöglichen die Korrektur von Zylinderformfehler bei Bohrungen. :^^

So weit ich weiss werden Nikasil Zylinder gehont.

s.154 beschreibt das Einlaufverhalten in einem Versuchsaufbau, für diejenigen dies interessiert :arrow:
https://books.google.ch/books?id=G2661E ... er&f=false

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Zuletzt geändert von neverknow707 am Mi 25. Nov 2015, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 23:55 
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Aber ein "Zwetschgoid" bringst du auch mit honen nicht rund. Du "verfeinerst" ja die Oberfläche....sprich die Rauheit......was sich dann korrekterweise auf die Rundheit positiv auswirkt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 23:59 
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habe ich auch nie behauptet :wink:
Einen gewissen Formtoleranzwert wird man beim Bohren schon einhalten müssen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 00:05 
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...BINGO.... :prost

Honen ist ja ein Finishing, genau wie Läppen....also Bearbeitungen im µm-Bereich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfahren, wieso?
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 00:14 
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Wir reden vom gleichen Maxi Cruiser :prost

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 Betreff des Beitrags: Additionale Information einfahren
BeitragVerfasst: Mi 1. Mär 2017, 21:53 
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... jetzt muss man da noch ein zwei sachen dazu sagen. grundsätzlich ist die information nicht falsch, jedoch 2-3 kleinigkeiten fehlen.


Punkt A

die Technik heutzutage vom honen ist NICHT besser. bei modernen PKW's wird zwar zum teil noch mit oberflächenverdichtenden vorbearbeitungen gearbeitet, das honen ist aber das selbe.

Tatsächlich ist es so, dass viele ''schleifwerke'' mit 50 jährigen honmaschinen arbeiten, ganz einfach darum, weil die nicht kaputt gehen, die technik sich nicht verändert hat, und es keine oder kaum neue honmaschinen gibt. (heutzutage wird etweder mit honeinsätzen für die cnc maschine oder spezialanfertigung bei fahrzeugherstellern gearbeitet)

Info zum honen: normalerweise wird eine eher rauhe oberfläche vorbearbeitet zum honen. dies erleichtert den genauen schliff.


Punkt B

Das Material ist entscheidend... Für die, die keine ahnung von materialien haben:

Stahl ist nicht gleich Stahl. ein hundskomuner standart stahl hat eine streckgrenze von rund 250N/mm^2

(das bedeutet an einem faden von 1mm^2 fläche kann ein gewicht von maximal 25kg hängen, ohne eine deformation davon zu tragen)

jetzt gibt es auch stähle mit einer streckgrenze von weit über 1000N/mm^2 .... also 4 mal stärker.

ähnlich ist es mit dem grauguss. auch wenn nicht genau gleich.

früher (vor 40-50 jahren) wurde ein standard GG25 verwendet. mit einem gussverfahren, dass heute überholt ist. später, und auch heutzutage, werden andere gusswekstoffe und/oder verbesserte verfahren eingesetzt. dadurch sind die abriebe im motor wesentlich kleiner.


ein kleines Beispiel dazu.

bei jedem sachs 503 motor sieht man dass der zylinder ''ausgelutscht'' ist. selbst wenn man ihn selber neu hohnt und lange damit fährt, jeder der einen hat, kennt das problem. bei den etwas neueren sachs 504 zylindern siehts hier ganz anders aus. der kann noch so lange, und noch so frisiert gefahren sein. die honspur ist dauerhaft sichtbar.

des weiterem merkt man es auch beim bearbeiten.
wo man beim 503er schon fast wie butter die kanäle feilen und bohren kann, geht dies bei der Grauguss büchse des 504ers nur sehr mühsam und mit höherem wekzeugabrieb. wirklich... das ist ätzend...

hier sieht man also, das material ist entscheidend.

ergo: wenn man einen Alten zylinder (oder wahrscheinlich auch einen billigen china nachguss :lol: ) hat. sollte man diesen nach altertümlichen wissen und gewissen einfahren. wenn man einen neuen zylinder mit guss hat, wie ein neues Motorrad o.ä. kann man die einfahrzeit verkürzen.


Bei hartem Nicasil mit honschliff muss man nicht lange einfahren. hier muss lediglich der kolben/kolbenringe seine form finden.

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